Kommunikatzion

Bloggerin: Rollschtimama



 
Eines der Hauptprobleme an der Menschheit ist meiner Ansicht nach die Kommunikatzion.
Die Menschen können und wollen einander nicht zuhören.
Und Sie gehen immer sofort von sich selber aus.
Anstatt auf jemanden einzugehen, handeln, helfen, denken Sie:
Genau DAS würde ich jetzt in dieser Situation wollen und sollen und müssen und brauchen.
Ohne nachzufragen, helfen sie ungebremst und überhören den Hilfesuchenden grosszügig.
Der soll ja dankbar und ruhig sein. Und froh und demütig und dankbar vor allem. 
Denn er hat gerade das grosse Glück, dass ihm jemand hilft.
Es ist dann halt gerade Notsituation und dann soll der Hilflose gefälligst seine Präferenzen und Konzepte; sein Ideologien, seine Ethik und und Moral:
Ja sein gesamtes Inneres einfach beiseite schieben und dankbar mitmachen und lächelnd dankbar danken.
Sollte er dann mal etwas unpässlich sein, dann wird der Helfende sehr irritiert reagieren.
Er gerät aus seinem Helferkonzept und begreift die Welt nicht mehr.
Entrüstet schmeisst er alles hin und verflucht den Hilfesuchenden auf Lebzeiten.
Er geht sogar noch weiter.
Er verkündet lautstark überall:
Helft ja bloss nie einem Hilfesuchenden.
Der hat unter Umständen die Frechheit, auch noch wählerisch zu sein.
Ja mein Hilfesuchender hat sich sogar darüber aufgeregt, dass ihm anstatt, wie bestellt: 
Ein Coopeinkauf ein Migrolinoeinkauf aufgedrängt worden ist.
 
Wenn der Hilflose dann auch noch ein Baby hat, dann es wird es noch um einiges komplexer.
Denn schalten die Gehirne der Helfer aus und die Hormone sich ein.
Dann wird die Hilfesuchende und Hilflose komplett übergangen. 
Und zur eigenen Befriedigung, werden jegliche Grenzen der Intimität gesprengt und übergangen.
Dann wird, ungefragt, das Baby so behandelt, wie es dem Helfer richtig erscheint. Dann wird, in einem Park oder in einer Badeanstalt, das Baby mit den gesunden Beinen schnell weggetragen. Damit man sich selber in Privatsphäre daran ergötzen kann.
Die Rollschtimama, die sitzt dann, wegen dem Rasen, blöd und allein als fünftes Rad am Wagen ihres eigenenen Rollschtis in ihrem heissen Plastikrollschtikissen, schwitzt stumm vor sich hin und sie spürt förmlich, wie die Dermatosen spriessen an ihrem nicht durchlüfteten Hinterteil.
 
Etwas ratlos und ausgestellt, wie so Rollschtifahrerinenn nun mal leider sind, ständig von tausend Augen beobachtet, aber von vielen Bekannten aus dem Quartier 'übersehen',
versucht sie sich zu benehmen und die groteske und demütigende Situation zu überspielen. Meist gelingt ihr dies auch.
Wird dann aber ein gewisses Mass überschritten, muss sie halt auch mal deutlich werden und ihre eigenen Bedürfnisse anmelden.
Dann schliesst sich der Kreis wieder.
Dann kommt wieder die Kommunikatzion.
Und weil kaum einer zuhören kann, verstehen sich die beiden nie mehr.
 
14. Dezember 2014 Selbst erlebt 0
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