Facebook- und andere Freunde

Bloggerin: Oceana


Früher, als es Facebook noch nicht gab, wollte/konnte/sollte/musste ich SMS oder E-Mails schreiben, um mit verschiedenen Personen in Kontakt zu bleiben. Heute sind alle Freunde, Kollegen und Bekannten (ja, wir Schweizer unterteilen das so, was für viele Deutsche seltsam erscheint... hab ich aus einem Buch) auf meinem Profil zusammengefasst. Ich kann etwas schreiben, und diejenigen, die wollen, können ihren Senf... können meinen Status kommentieren.

Nun setzen sich meine «Freunde» bei Facebook so zusammen: Einige aus meiner Schulzeit, mit denen ich noch Kontakt habe; Leute, die ich zirka 1x im Jahr in real sehe, wo der Kontakt hauptsächlich über MSN oder ICQ stattfindet; dann Freunde, die ich regelmässig (sogar fast jeden Tag) sehe und mit denen ich auch spreche. Und zu guter Letzt sind noch diejenigen, die irgendwie «komisch reingerutscht» sind, die ich aber durchaus nett finde.

Ist Facebook nun ein Segen oder ein Fluch? Die Frage stellt sich, weil:Denn: Wenn es diese Plattform, die alles «zusammenhält», nicht mehr gäbe, würden manche Kontakte wie früher einfach im Sand verlaufen. Irgendwo war das auch gut so, weil man so wusste, woran man war. Wenn der andere wirkliches Interesse an einem hatte, musste er sich gezwungenermassen mit einem in Verbindung setzen und sich mit der Person beschäftigen. Ein Eintrag bei Facebook ist jedoch schnell gemacht, ohne dass man sich wirklich miteinander auseinandersetzen muss. Man hat bei Facebook schnell das Gefühl «Wow, ich hatte heute ja mit 5 Leuten Kontakt!» Aber was hat man effektiv mit ihnen unternommen? Man hat gechattet und meistens über belanglose Dinge.

Nehmen wir ein Beispiel, das mir passiert ist: Ich habe mal per Facebook-Posting gefragt, wer etwas mit mir unternehmen würde, mir sei langweilig. Gemeldet haben sich nur die, die zu meinen besten Freundinnen zählen, nämlich Sandra, Rabea und Stefanie. Von den anderen geschätzten damals 300+ Freunden hat kein einziger geantwortet. Klar, die einen wohnen zu weit weg, die anderen hatten schon was vor, das ist ja auch normal.

Bloss: Es ist erschreckend, wie viele junge Leute (meist trotz unzähliger Facebook-Freunde) einsam vor dem PC sitzen. Wenn man dazu noch etwas schüchtern ist und nicht gerne auf andere, fremde Leute zugeht, ist das Ganze noch verzwickter. Ich schreibe jetzt nichts über irgendwelche gescheiten Studien, das ist die Arbeit von anderen. Mein Statement zum Schluss: Die heutigen Kommunikationsmedien sind zwar gut, aber persönlicher Kontakt mit «realen» Menschen ist noch immer unabdingar. Ich schätze Facebook zum Schreiben und sich über interessante Themen auszutauschen, aber doch möchte ich die Leute, die ich regelmässig und nicht nur virtuell sehe, keinesfalls missen.
14. November 2014 Selbst erlebt 0
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