Haare, so viele Haare


Bloggerin: Rollschtimama

 
Tja, lang ist’s her: Rollstimama musste quasi einen Coiffeurwechsel wegen unüberwindbarem WC-Gang anpeilen und zusätzlich auch aufs Geld schaun. Sie wurde via FB fündig: Ein Coiffeur am HB Züri der Modelle zu sagenhaften 70% Preiserlass frisiert! Supi, dachte die Rollstimama, drückte die folglichen Probleme wie Parkplatzsuche, weite Anroll-Strecken und das neue Labyrinth des Bahnhof Löwenplatz grosszügig beiseite.
 
Eine Weile funktionierte dieser neugefundene Coiffeur ganz ordentlich. Einmal erhielt Rollschtimama eine Parkbusse auf dem begehrten Behindertenparkplatz wegen Überschreitung der 1-stündigen Parkzeit, was den Besuch erheblich verteuerte, einmal fand sie der bestellte Taxifahrer  nicht. Einmal war es schlicht ZU heiss und stressig, um sich im HB fortzubewegen in einem klapprigen IV-Rollstuhl... Aber dann kam der Exodus!
 
Das Kind, genannt der Spunggi, brauchte auch dringend einen Coiffeurtermin. So buchte ich uns beide bei einer Lehrtochter im Bauch des HB Züri zu einem solchen ein. Es lief ganz zufriedenstellend, obwohl alle Parkplätze besetzt, der Anrollweg ein Horror und die Atmosphäre im Salon passend zu den vorgegangenen Ereignissen war.
 
Wir wurden beide bedient, hatten Eistee à discrétion, aber die Zeit war langsam lang geworden... Bereits drei Stunden waren verstrichen. Erschreckt raste die Rollstimama los, rollte zu ihrem ‚Parkverbots-Parkplatz’ und musste dringend umparkieren wegen drohender Parkbusse. Zurück im Salon, war der Spunggi immer noch nicht fertig frisiert. Zuviele Haare, zuwenig Erfahrung.... Tja... Die Ungeduld wuchs mit dem Fortlaufen des Zeigers... Fast vier Stunden waren vergangen! Erneute Überprüfung des Haarschnitts durch die Chefin, es war mühsam...!
 
Endlich waren wir beide bereit, aus dieser Katakombe zu entkommen. Bevor uns dies aber gelang, mussten wir die Rechnung begleichen:
 
Einen satten, unglaublichen Preiszusatz von 20% musste Rollschtimama hinblättern! Und wofür? Bitte sehr wofür??
 
«Sie haben beide sehr dichte und sehr viele Haare. Dies bedeutet ein Mehraufwand für uns.»
 
Rollschtimama verliess den Salon ohne Trinkgeld.
Verliess ihn für immer.



20. November 2015 Selbst erlebt 0
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