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Gleichstellungsbericht Frauen mit Behinderungen in der Schweiz

20 EBGB THEMENDOSSIER FRAUEN AUSGEWÄHLTE LEBENSBEREICHE UND THEMEN Menschenrechte als Kompass Die UNO-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen eignet sich sehr gut, um eine Gesamtsicht auf die für die Gleichstellung relevanten Grundrechte und Lebensbereiche zu erhalten. Die UNO-Behindertenrechtskonvention ist in rund ein Dutzend Themen gegliedert. Es handelt sich dabei um jene Bereiche, welche die rechtliche und tatsächliche Gleichstellung von Menschen mit Be- hinderungen massgebend beeinflussen: • Würde der Person • Rechtsgleichheit • Zugang zur Justiz • Freiheit und Sicherheit der Person • Selbstbestimmte Lebensführung und ­gesellschaftliche Teilhabe • Bildung • Förderung persönlicher Fähigkeiten und Ressourcen • Arbeit und Beschäftigung • Gesundheit • Angemessener Lebensstandard und sozialer Schutz Die Kontaktstelle für Frauen und Mädchen mit ­Behinderungen, avanti donne, führte zu diesen Themen bei einer Fokusgruppe eine Testbefragung durch.[3] Ziel war es, Hinweise auf Handlungsbedarf und Themen für die Förderung der tatsächlichen Gleichstellung zu erhalten, die für alle betroffenen Frauen und Mädchen von Bedeutung sind, also unabhängig von der Art der Behinderung. Gefragt wurde nach der Lebenssitua­tion, der ­Zufriedenheit sowie nach Erfahrungen mit Benachteiligungen und Diskriminierungen im Alltag. Die Auswertung ergab fünf Bereiche respektive Themen, die für die Gleichstellung und die Lebens- qualität von Frauen und Mädchen mit Behinde- rungen eine Schlüsselrolle spielen: • Bildung und Ausbildung • Arbeit und Beschäftigung • Gesundheitsversorgung und Prävention • Interessenvertretung • Darstellung von Frauen mit Behinderungen in den Medien Diese Bereiche werden auf den folgenden Seiten näher diskutiert. Sie sind durch vielfältige Wechsel- wirkungen miteinander verknüpft und können da- her nicht losgelöst voneinander betrachtet werden: → Bildung und Ausbildung sind der Erwerbsar- beit vorgeschaltet und eine Voraussetzung für ­materielle Existenzsicherung, Autonomie und Selbstwert. → Funktionale Gesundheit betrifft die individuellen Ressourcen, die es zu erhalten und zu stärken gilt. Gleichzeitig sind hier auch die umweltbe­ zogenen Faktoren und Voraussetzungen an- gesprochen, die für die Aktivitäten und die gleichberechtigte Partizipa­tion von Frauen und Mädchen mit Behinderungen entscheidend sind. Beispiele sind Zugang zur Bildung und zur Gesundheitsversorgung. → Prävention wiederum beinhaltet Schutzmass- nahmen, etwa gegen Gewalt oder im Zusam- menhang mit der reproduktiven Gesundheit, sowie den Erhalt und die Förderung der gesund- heitlichen Ressourcen. → Interessenvertretung und Medien schliess- lich sind jene Gebiete, welche die Sozial- und Behindertenpolitik und die Behindertenarbeit massgeblich mitprägen. Gleichzeitig spiegeln sie auch Kräfteverhältnisse, Sichtweisen, Wertvor- stellungen und Trends in der Gesellschaft.

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