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Gleichstellungsbericht Frauen mit Behinderungen in der Schweiz

26 Forschungsprojekt «Gleichstellung von Frauen mit ­Behinderungen in der Aus- und Weiterbildung» 2005 wurde in der sozialpolitischen Kommission der Kontaktstelle für Frauen und Mädchen mit ­Behinderung, avanti donne, die Frage der Diskriminierung in der Bildung diskutiert. Daraus ­entstand das erste Forschungsprojekt zur Situation von behinderten Mädchen und Frauen in diesem ­Bereich. Das Projekt wird von selbst betroffenen Expertinnen durchgeführt. Auslöser war die zu jenem Zeit- punkt aktuelle Erfahrung eines Kommissionsmitglieds, deren behinderte Tochter erhebliche Schwierigkeiten beim Übergang von der Schule in die Berufsaus- bildung hatte. War die Situation der jungen Frau ein Einzelfall? Oder sind die beruflichen Mög- lichkeiten aufgrund der Be- hinderung allgemein erheblich geringer? Hängen die Schwierig- keiten damit zusammen, dass es sich um eine Frau handelt? In der angeregten Diskussion entstanden aufgrund der eigenen Betroffenheit der Kommissions­ frauen viele Fragen und der Wunsch, diese wissenschaftlich fundiert zu untersuchen. Mit Unterstützung des EBGB ­konnte ein kleines Team von selbst betroffenen Expertinnen ein ent- sprechendes Forschungsprojekt starten. ZIEL DES PROJEKTS Ziel ist es, aus rechtlicher und sozialwissenschaftlicher Sicht die Grundlagen der Gleichstel- lung von Frauen mit Behin- derungen im Bildungsbereich darzulegen. Befragungen sollen zeigen, ob sich Frauen im Bil- dungsbereich aufgrund der Be- hinderung und des Geschlechts diskriminiert fühlen. Sodann geht es darum herauszufinden, wie allfällige Diskriminierungen konstruiert werden. Durch die Verknüpfung von Gleichstel- lungs- und Frauenforschung versuchen wir auf der Grundlage empirisch gestützter Erkennt- nisse herauszufinden, welche persönlichen und gesellschaft- lichen Bedingungen zu Erfah- rungen von Benachteiligung und Diskriminierung führen. ZUM VORGEHEN Die Literaturanalyse zeigte, dass zum Thema «Frauen mit Behin- derungen auf dem Bildungsweg» weder aus rechtlicher noch aus sozialwissenschaftlicher Sicht fundierte Studien vorliegen. Um erste Erkenntnisse zu erhalten, wie es um die Gleichstellung im Bildungsbereich für Frauen mit Behinderungen steht, führte das Forschungsteam in Kooperation mit Studierenden des Sonder- pädagogischen Instituts der Universität Zürich rund dreissig qualitative Interviews mit Frauen mit Behinderungen durch. Die Hälfte der Frauen stand zum Zeitpunkt der Befragung in einer Erstausbildung, die andere Hälfte absolvierte während der Befragung eine Weiterbildung. Neben den Frauen als Expertinnen in eigener Sache wurden alle IV-Stellen der Deutschschweiz befragt, da sie bei der beruflichen Integration von Menschen mit Be- hinderungen im Allgemeinen und von Frauen mit Behinderungen im Besonderen eine Schlüsselposi- tion inne haben. Um herauszufinden, wie viele Schülerinnen an Berufsschulen bewusst als Frauen mit Behinde- rungen wahrgenommen werden, wurden zudem rund hundert Berufsschulen kontaktiert. ERSTE ERGEBNISSE Da die Gesetzgebung geschlechts- spezifische Benachteiligungen im Bildungsbereich nicht mehr zulässt, stellt sich die Frage der Gleichstellung im Bildungsalltag. Neben Behinderung und Ge- schlecht können hier viele weitere und sehr individuelle Faktoren mitspielen, die zu Ungleichbe- handlungen führen. Es ist daher von mehrfacher Diskriminierung auszugehen. Die Aussagen der befragten Frauen vermitteln einen Eindruck von der Komplexität der Thematik. Eine Auswahl: Vorenthaltene Förderung: Einige Frauen litten darunter, dass in ihrem Umfeld über Jahre EBGB THEMENDOSSIER FRAUEN AUSGEWÄHLTE LEBENSBEREICHE UND THEMEN

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