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Gleichstellungsbericht Frauen mit Behinderungen in der Schweiz

29 Arbeit und Beschäftigung: Von Zahlen und Frauen Zwei Drittel der Frauen mit Behinderungen sind erwerbstätig. Insgesamt haben sie auf dem Arbeitsmarkt jedoch klar schlechtere Karten als Männer mit Behinderungen und als Frauen ohne Behinderungen. Auch an den Integrations- massnahmen der IV partizipieren sie deutlich weniger. Arbeit zählt in der modernen Gesellschaft zu den höchsten Gütern. In Umfragen zur Bedeutung von Lebensbereichen zum Beispiel rangiert sie jeweils weit vor der Politik. Kein Wunder: Nicht nur materi- elle Sicherheit, auch soziale Kontakte, persönliche Entfaltungsmöglichkeiten, Sinnfindung, Anerken- nung, sozialer Status und damit der Selbstwert hängen für die meisten Menschen zu einem gros- sen Teil von der beruflichen Tätigkeit ab. EINTRITTSKARTE IN DIE GESELLSCHAFT Die Glorifizierung der Erwerbsarbeit wird zwar manchenorts ebenso kritisiert wie die damit einhergehende Abwertung aller anderen Formen von Arbeit. Dass viele Beschäftigte den heutigen Arbeitsbedingungen nicht mehr gewachsen sind, ist ebenfalls bekannt. Das ändert vorderhand aber nichts daran, dass eine Arbeitsstelle für die aller- meisten Menschen gleichbedeutend ist mit einer «Eintrittskarte» in die Gesellschaft. Für Menschen mit Behinderungen gilt dies in be- sonderem Mass: Ohne ein regelmässiges, genügend hohes Einkommen ist ein selbstbestimmtes Leben nicht möglich. Auch Respekt und Genugtuung er- fahren Menschen mit Behinderungen durch nichts anderes so stark wie durch berufliche Leistung. Für die Gleichstellung ist die Arbeitssituation von Menschen mit Behinderungen deshalb ein zentraler Faktor. Die öffentliche Diskussion darüber wird jedoch fast ausschliesslich aus der Perspektive der Sozialversicherungen geführt, in der Schweiz na- mentlich aus Sicht der Invalidenversicherung. Und wie bei anderen Themen im Zusammenhang mit Behinderung wird dabei zwischen den Geschlech- tern nicht unterschieden. Mit dem neuen IV-Leit- satz «Eingliederung statt Rente» sind Mann und Frau gleichermassen angehalten, möglichst viel ihrer Kräfte und Fähigkeiten auf dem Arbeitsmarkt zu verwerten. Besonders gefordert sind Versicher- te mit sogenannten psychosomatischen Leiden unklarer Ursache, denn seit Anfang 2012 sind sie bei der IV in der Regel nicht mehr leistungsberech- tigt. Ein grosser Teil der Betroffenen sind Frauen. Welche Chancen haben sie, eine Arbeit zu finden? INDIVIDUELLE ERFOLGE Dass Frauen beim Zugang zur Erwerbsarbeit gene- rell über schlechtere Karten verfügen als Männer, ist bekannt. Mit Beispielen gelungener Integration wird Frauen mit Behinderungen daher Mut gemacht. Diese Beispiele gibt es selbstverständlich. Da ist die Juristin mit Tetraplegie, die als Gerichtsschreiberin arbeitet, da ist die nahezu blinde Physiothera- peutin mit eigener Praxis, da ist die hörbehinderte Universitäts-Professorin, die im voll besetzten Hörsaal referiert. Auch gut integrierte Betroffene mit weniger spektakulären Berufskarrieren gibt es natürlich zahlreiche. Insgesamt treffen Frauen mit Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt jedoch eine andere Situation an als Männer mit Behinderungen, aber auch als nicht behinderte Frauen. Wie bedeutend die Unterschiede sind, zeigt ein Be- such auf dem Portal des Bundesamts für Statistik. Es enthält Indikatoren zur Gleichstellung und zur Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen,

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