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Gleichstellungsbericht Frauen mit Behinderungen in der Schweiz

Nachgefragt: Gleichstellungsrat Egalité Handicap Der Gleichstellungsrat von Égalité Handicap bringt in Fragen rund um die Gleichstellung die Sicht- weise der von einer Behinderung Betroffenen und ihrer Angehörigen ein. Der Rat besteht aus fünf Personen mit unterschiedlichen Behinderungen und wird zurzeit von Pierre Margot-Cattin präsidiert. Wie beurteilen Sie die Situation Der Gleichstel- lungsrat (v.l.n.r.): Pierre Margot- Cattin, Eva Hammar Bouveret, Daniel Hadorn, Lorenzo Giaco- lini. (Nicht auf dem Bild: Helen Zimmermann). von Frauen mit Behinderungen in der Schweiz in Bezug auf die Gleichstellung? Darüber ist wenig bekannt. Aus persönlichen Erfahrungen und solchen aus unserem Umfeld lässt sich jedoch ableiten, dass Frauen mit Behinderungen in der Schweiz mit einer doppelten Dis- kriminierung konfrontiert sind. es um die materielle Bewertung Ausbildung zu wählen, die ihrem Diese doppelte Diskriminierung von Haus- und Familienarbeit Potenzial und ihren tatsäch- zeigt sich vor allem in der Bildung geht oder um Teilzeitarbeit. lichen Möglichkeiten entspricht. und im Erwerbsleben. Das durch- Im Bereich der Erwerbsarbeit schnittliche Bildungsniveau be- Inwiefern befassen Sie sich im müssen Frauen mit Behinderun- hinderter Frauen ist tiefer als bei Gleichstellungsrat mit ge- gen Zugang zu Stellen erhalten, Frauen insgesamt. Und auch bei schlechtsbedingten Unterschie- die ihren Kompetenzen und ihrer gleichwertiger Ausbildung ver- den bei der Gleichstellung von Ausbildung entsprechen. Be- läuft die berufliche Karriere bei Menschen mit Behinderungen? troffene Frauen müssen zudem Frauen mit Behinderungen wahr- Bis jetzt hat der Gleichstellungs- ermutigt werden, für sich den scheinlich weniger erfolgreich als rat diese Problematik noch nicht selben Lohn zu fordern, wie ihn bei Männern mit Behinderungen vertieft behandelt. Das heisst gleich qualifizierte Männer ohne und bei Frauen ohne Behinde- aber nicht, dass sich das in Zu- Behinderung erhalten. rungen. Noch frappierender ist kunft nicht ändern kann. Mit der Weiter braucht es Massnahmen, hier der Unterschied zwischen Ratifizierung der UNO-Behinder- die das Selbstbewusstsein der Frauen mit Behinderungen und tenrechtskonvention erhalten wir betroffenen Frauen stärken, so Männern ohne Behinderungen, die Mittel, um gezielt im Hinblick dass sie in der Lage sind, herab- die gleich gut ausgebildet sind. auf den Schutz von Frauen mit setzende und diskriminierende Es wäre interessant, einmal die Behinderungen vor doppelter Verhältnisse und Haltungen zu Löhne behinderter Frauen mit Diskriminierung aktiv zu werden. erkennen und sich dagegen zu jenen gleich gut ausgebildeter wehren. nicht behinderter Männer zu Und wie würden Sie vorgehen? Schliesslich gilt es, auch die vergleichen. Prioritär anzusetzen wäre verschiedenen Sozialversiche- unserer Meinung nach bei der rungen unter diesem Aspekt zu Unseres Erachtens sind Frauen Bildung, bei der Erwerbsarbeit analysieren und die Gesetze so mit Behinderungen auch in der und beim Selbstbewusstsein von anzupassen, dass Situationen Invalidenversicherung in be- Frauen mit Behinderungen: doppelter Diskriminierung von stimmten Situationen doppelt Junge Frauen mit Behinderungen Frauen mit Behinderungen künf- diskriminiert, namentlich wenn müssen ermutigt werden, eine tig nicht mehr entstehen können. 51

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