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Gleichstellungsbericht Frauen mit Behinderungen in der Schweiz

berichtet, etwa im Zusammen- hang mit Versicherungen oder medizinischen Behandlungen. VERÄNDERTE WAHRNEHMUNG Wie es der Zeitgeist verlangt, steht das individuelle Schicksal Betroffener respektive das (Fehl-) Verhalten von Akteuren im Zen- trum der Berichterstattung. Soziale und strukturelle Zusammenhänge werden in den Medien nur selten herausgearbeitet. Die häufige Thematisierung von Benachteili- gungen kann jedoch als Zeichen gedeutet werden, dass Behinde- rung vermehrt mit gesellschaft- Und wo schauenlichen Ungleichheiten in Verbindung (Kampagne der B gebracht wird. Kiewitz. Text: «Sc Ein Vergleich mit älteren Berichten zeigt weitere Unterschiede: → Frauen mit Behinderungen werden heute öfter als früher in ihrem alltäglichen Umfeld gezeigt. → Sie kommen selbst und teilweise auch ausführlich zu Wort. → Die Wichtigkeit, im Alltag selbst über das eigene Leben bestimmen zu können, wird häufiger an- gesprochen. → Auch als Opfer sind die Frauen nicht mehr gänzlich stumm und hilflos, sondern sie wehren sich selbstbewusst und öffentlich für ihre Rechte. Die Medienschaffenden ergreifen dabei oft Partei für die betroffenen Frauen. NEUER STIL, ALTE BOTSCHAFTEN Einige Denkmuster hingegen scheinen schwer veränderbar. So sind behinderte Frauen als Bevöl- kerungsgruppe in den Medien inexistent. Ebenfalls kaum präsent sind Frauen mit unsichtbaren Beein- trächtigungen (zum Beispiel psychische Behinde- rung oder Hörbehinderung) und Betroffene, mit de- nen die Kommunikation erschwert ist (zum Beispiel Frauen, die in einer Institution leben). Und während die behinderten Protagonistinnen meist sehr positiv dargestellt sind, wird Behinderung an sich weiterhin ausschliesslich negativ bewertet. Dass Behinde- rung, wie es die UNO-Behindertenrechtskonvention hervorhebt, auch eine Quelle von Bereicherung sein kann, findet in den Medien noch keinen Nieder- schlag. Vielmehr schwingen in den Berichten immer noch jene Botschaften mit, die der Publizist und Behindertenpädagoge Lothar Sandfort schon in den 1980er Jahren herausgearbeitet hat:[34] → Die Lebenssituation der nicht behinderten MedienkonsumentInnen mag nicht rosig sein. So lange sie keine Behinderung haben, ist aber alles halb so schlimm. → Für behinderte Menschen wird alles getan, was möglich ist. → Menschen mit Behinderungen müssen nur wollen bzw. man muss ihnen nur die Gelegenheit dazu geben, dann können sie auch leisten (einen Job finden, erfolgreich sein, ein normales Leben führen usw.). SO SIND SIE, DIE BEHINDERTEN Als Folge der öffentlichen Diskussion über die IV- Revisionen begegnet uns derzeit vor allem letztge- nannte Botschaft. Behinderte Frauen (und Männer), 53 SIE jetzt gerade hin? elgischen Behinderten­organisation Cap 48 mit Tanja hauen Sie mir in die Augen ... ich sagte, in die Augen.»)

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