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Gleichstellungsbericht Frauen mit Behinderungen in der Schweiz

Empfehlungen für eine zeitgemässe Berichterstattung Kinder, Jugendliche und Erwach- sene mit Behinderungen sollten in der Berichterstattung über aktuelle Gesellschafts­themen als gleichberechtigte und gleich- wertige Mitglieder ebendieser Gesellschaft angemessen und unter Berücksichtigung ihres Geschlechts sichtbar sein. Eine qualitativ hochwertige Berichterstattung zeigt Zusam- menhänge zwischen dem indi- viduellen Leben und den gesell- schaftlichen Bedingungen: Leben mit Behinderung heisst, täglich mit Barrieren konfrontiert zu sein – in der physischen Umwelt ebenso wie in der Begegnung mit anderen Menschen. Die Behin- derung sollte daher nicht nur als individuelles Schicksal darge- stellt werden und Integration nicht nur als Leistung, die von der behinderten Person allein er- bracht werden muss. Weiter sind folgende Überlegungen hilfreich: • Menschen mit Behinderungen sind KundInnen der Medien­ unternehmen:Eine von vier Zeitschriften zum Beispiel lan- det in einem Haushalt mit einer Person mit Behinderung. • Medienberufe sind für Frauen und Männer mit Behinderungen zugänglich zu machen. • Das Thema «Behinderung» gehört zur Ausbildung von Medienschaffenden. • Stigmatisierende Terminologien können ohne Aufwand vermie- den werden:Verzichten Sie auf Substantivierungen wie «die Behinderten» und auf Phrasen wie «an den Rollstuhl gebun- den», ebenso auf den Begriff «taubstumm», denn gehörlose Menschen sind nicht stumm. Ein No-Go ist auch der Begriff «invalid», also «schwach», «hin- fällig», «unwert» und «ungültig». • Pauschale Aussagen über be- Menschen mit Behinderungen sind sehr selten gerechtfertigt. Sagen Sie konkret, von wem respektive wovon die Rede ist. • Den Kontext prüfen: Ist die Be- hinderung ein notwendiger Be- standteil der Geschichte und damit erwähnenswert? Geht es wirklich um alle Menschen mit Behinderungen bzw. nur um sie? Der Abbau von Barrieren im öffentlichen Verkehr zum Beispiel dient grossen Teilen der Bevölkerung und nicht nur RollstuhlfahrerInnen. • Symbolbilder sollten als sol- che gekennzeichnet sein. • Wo möglich ist der Fokus auf Barrieren und deren Abbau oder Vermeidung zu legen. • Sachlichkeit ist wichtig: Wie bei anderen Themen auch, sollten mehrere Meinungen eingeholt werden und Informa- tionen überprüfbar sein. • Beiträge über Restaurants und Kulturanlässe sollten neben den Öffnungszeiten auch über die Zugänglichkeit informieren. • Frauen und Männer mit Be- hinderungen können nicht nur zum Thema Behinderung etwas beitragen. Sie sind Mütter bzw. Väter, PartnerInnen, Fachleute, Konsumenten, Wählende und vieles andere mehr. Webseite: www.leidmedien.de 55 Reportage über Frauen mit Behinderungen im Migros-Magazin (30.4.12)

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