Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Gleichstellungsbericht Frauen mit Behinderungen in der Schweiz

59 nahmen. Kommt das Behindertengleichstellungs- gesetz Frauen und Männern gleichermassen zugu- te? Inwieweit beeinflusst der Faktor «Behinderung» die Gleichstellung von Frauen und Männern? Nützt der Genderansatz auch behinderten Frauen (und Männern), oder werden sie dadurch noch stärker vom «Mainstream» abgehängt, als dies in manchen Lebensbereichen bereits jetzt der Fall ist? Dass dieses Risiko besteht, zeigt die ursprüngliche Kritik am Gender Mainstream­ing, etwa die Befürchtung, dass andere gesell- schaftliche Machtdimensionen ausgeblendet werden, wenn nur das Geschlecht betrachtet wird. In der heutigen Gender-Praxis ist dies aber nicht mehr so: Mit dem Begriff Gender als Ausgangs- punkt von Gleichstellungspolitik werden vielfältige Lebenslagen von Frauen und Männern angespro- chen. Diese sind nie nur geschlechterbezogen, sondern stehen immer auch im Zusammenhang mit Herkunft, Alter, Lebensform, sexueller Orientierung usw. Nur Behinderung ist (noch) weitgehend ausge- klammert. GENDER ALS CHANCE NUTZEN Eine Schlüsselfrage lautet daher trotz erweiterter Gender-Perspektive: Welche Frauen (und welche Männer) und welche Interessen werden auch bei erfolgreich umgesetztem Gender Mainstreaming weiterhin ausgegrenzt? Frauen mit Behinderungen könnten sehr wohl in diese unberücksichtigte Gruppe fallen, zum Beispiel Frauen mit psychischer oder sogenannt geistiger Behinderung oder wenig begüterte Frauen. Gleichstellung nur für eine privi- legierte Elite, ob behindert oder nicht, hätte ihr Ziel jedoch verfehlt. Genderarbeit könnte aber auch eine Chance sein, gerade Frauen aus Randgruppen einzubeziehen, also etwa Frauen mit Behinderungen. Swantje Köbsell bringt es so auf den Punkt: «Behinderte Menschen sind Frauen und Männer. Diese schlichte Feststellung ist immer noch zu wenig verbreitet, was eine Form der Diskriminierung darstellt. Wenn Gender Mainstreaming seinem Gleichstellungsanspruch gerecht erungs- werden will, muss mit einem muss Gender-Konzept gearbeitet wer- tein- den, das andere Ausgrenzungs- kategorien nicht ausschliesst, rden wie das heisst, die Behinderungsper- l die von spektive muss genauso mit ein- n.» bezogen werden wie zum Beispiel die von MigrantInnen.»[39] Vielfalt als Realität Ein solch integrativer Ansatz würde das Anliegen von Betroffenennetzwerken wie avanti donne stüt- zen, Gleichstellung von mehr als nur einer Seite und mit einer systemischen Perspektive anzugehen. Allein schon eine Überprüfung von bestehenden Gender-Konzepten und Aktivitäten auf ihre Auswir- kungen auf Frauen und auf Männer mit Behinde- rungen würde neue Personenkreise dazu anregen, sich vertieft mit der Thematik auseinanderzusetzen. In der Forschung, beispielsweise beim wichtigen Thema Gewalt gegen Frauen, sowie bei Schutzan- geboten und Förderprojekten würden Mädchen und Frauen sowie Männer und Jungen mit Behinde- rungen von Anfang an mitberücksichtigt. So würden sie endlich als das wahrgenommen, was sie sind: Teil einer vielfältigen Gesellschaft gleichberechtigter und gleichwertiger Individuen. Vielleicht nicht sofort und auch nicht überall, aber immer öfter und selbstverständlicher als heute. «Die Behind perspektive genauso mi bezogen we zum Beispie MigrantInne

Seitenübersicht