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Gleichstellungsbericht Frauen mit Behinderungen in der Schweiz

61 MEHRDIMENSIONALITÄT ALS CHANCE Menschen sind nicht nur diese oder jene, sondern gehören immer mehreren Gruppen gleichzeitig an; auch ihre Situation und ihre Ressourcen verändern sich im Lauf des Lebens immer wieder. Ergänzend zu den praxisorientierten Massnahmen in den ver- schiedenen Lebensbereichen plädiert avanti donne deshalb dafür, in der Antidiskriminierungsarbeit das Augenmerk stärker auf das Phänomen der Mehr- fachdiskriminierung zu lenken. Dies beinhaltet unter anderem folgende Chancen: → Differenzierung im Umgang mit Ungleichbe- handlung, Benachteiligung und Diskriminierung trägt der Lebensrealität besser Rechnung als ein eindimensionales Diskriminierungsver- ständnis; bisher verborgene Benachteiligungen können eher erkannt, bewiesen und beseitigt werden. → Eine vermehrte Thematisierung von Mehrdimen- sionalität bzw. Mehrfachdiskriminierung stellt Bilder von Normalität und Behinderung infrage und kann so zur Entstigmatisierung von Betrof- fenen – bei Frauen und Männern, Mädchen und Jungen – beitragen, denn: Diskriminierung ist komplex, sie kann verschiedenste Menschen auf unterschiedlichste Weise treffen. → Ein besserer Schutz vor Diskriminierung fördert die Gleichstellung und Chancengleichheit auch jener Menschen, • die aufgrund einer Kombination von be- stimmten Merkmalen oder aufgrund der Art ihrer Behinderung einem erhöhten Diskrimi- nierungsrisiko ausgesetzt sind; • die aufgrund der Art ihrer Behinderung ­weniger von den bisherigen Bestrebungen zur Gleichstellung profitieren. → Ein regelmässiger «Blick über den Tellerrand» in der Antidiskriminierungsarbeit fördert die Zusammenarbeit, erhöht die Wirksamkeit von Massnahmen und stärkt die Solidarität der ­potentiell von Diskriminierung Betroffenen. Mit anderen Worten: Die aktive Auseinander­setzung mit Komplexität und Mehrdimensionalität ist eine Ressource, die es für die Gleichstellung zu nutzen gilt! Handlungsansätze und Ziele Folgende übergreifende Ansatzpunkte bzw. Zielsetzungen tragen aus Sicht von avanti ­donne, des EBG und des EBGB zu einem besseren Diskriminierungsschutz bei (ohne Anspruch auf Vollständigkeit): 1. FORSCHUNG Ursachen, Formen und Folgen von Diskriminie- rung von Menschen mit Behinderungen werden nach Merkmalen differenziert erforscht. Die Erkenntnisse fliessen in Lehre und Praxis ein. 2. VERNETZUNG Das Wissen über alle Formen von Diskriminie- rung und ihre Bekämpfung wird durch inter- bzw. transdisziplinäre Koopera­tionen und Netzwerke gefördert und leicht zugänglich gemacht. 3. PARTIZIPATION Frauen mit Behinderungen respektive ihre Inte- ressenvertretungen sind in die mit Diskriminie- rung befassten Koopera­tionen und Netzwerke eingebunden und arbeiten gleichberechtigt mit. 4. SENSIBILISIERUNG (Potenzielle) Betroffene, PraktikerInnen (NPO, Beratungs- und Fachstellen, Sozialpartner, Insti- tutionen, Bildungsstätten), politische Entschei- dungsträgerInnen und die Öffentlichkeit werden von damit befassten Stellen aktiv über alle Formen von Diskriminierung, insbesondere auch über Mehrfachdiskriminierung, informiert. 5. POSITIVE MASSNAHMEN Massnahmen, Projekte und Angebote, die zur Sensibilisierung und zum Schutz vor Mehrfach- diskriminierung beitragen, werden gefördert und bekannt gemacht. Ein Memorandum mit näheren Informationen und Links zum Thema findet sich auf www.avantidonne.ch (Themen)

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