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Gleichstellungsbericht Frauen mit Behinderungen in der Schweiz

Auch wenn es sich bei diesen Zahlen um Schätzungen handelt, zeigen sie: Frauen mit Behinderungen machen einen bedeutenden Teil sowohl der Gesamt­ bevölkerung als auch der Frauen in der Schweiz aus. Doch in den meisten Statistiken und ­Berichten des öffentlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens, bei denen es um Frauen geht, sucht man sie vergeblich. Dass sie nicht als Frauen, sondern – wenn überhaupt – als geschlechtslose ­Sonderwesen wahr­ genommen werden, ist eine prägende und oft auch verletzende Erfahrung. Die Gleichstellung von Frauen und Mädchen mit Behinderungen kann daher als doppelt notwendig bezeichnet werden. Die rechtlichen Vorausset­ zungen dazu sind heute weitgehend vorhanden. Doch wo beginnen? Bei der Gleichstellung als Frau oder bei der Gleichstellung als Mensch mit Behin­ derung? Gibt es andere Ansatzpunkte und Sicht­ weisen? Auf diese Fragen suchen die Kapitel im Dossier Antworten. Im Vordergrund stehen Strukturen und Verhält­ nisse, die Gleichstellung verhindern und Menschen mit Behinderungen benachteiligen und diskrimi­ nieren. Wirksam werden muss Gleichstellung aber letztlich im Leben der einzelnen Frauen und Mäd­ chen, Männer und Jungen. Deshalb nehmen die Erfahrungen betroffener Frauen in den Beiträgen entsprechenden Raum ein. STIMMEN UND GESICHTER Elf Frauen haben sich zudem bereit erklärt, sich von Flavia Trachsel, die selbst mit einer Behinde­ rung lebt, fotografieren zu lassen. Nur schon diese wenigen Porträts spiegeln die grosse Vielfalt hinter dem Etikett «Frau mit Behinderung». Es sind be­ wusst Bilder und keine Lebensgeschichten – diese sind in Büchern und anderen Medien ausführlich dargestellt. Die Frauen sind weder prominent, noch ist es ihre Absicht, behinderte Frauen oder Frauen mit einer bestimmten Behinderungsart generell zu vertreten. Angesichts der Heterogenität der Lebensumstände wäre das vermessen. Ob jemand mit einer Behinderung geboren wurde oder diese erst später im Leben durch Krankheit oder Unfall erworben hat, ist ein fundamentaler Unterschied sowohl beim Einfluss auf die Identitätsbildung als auch bei den Anforderungen, die eine Beein­ trächtigung mit sich bringt. Ebenso, ob eine Frau der jungen oder der älteren Generation angehört. In den meisten Altersgruppen gibt es mehr Frauen mit Behinderungen als Männer. (Quelle:BfS, 2010) 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 52 48 58 42 48 52 16–24 40 30 20 10 0 25–34 35–44 45–54 55–64 65–74 75–84 85 < Menschen mit und ohne Behinderungen nach Geschlecht Menschen mit Behinde­ rungen, stark eingeschränkt Menschen mit Behinderungen (Total) Menschen ohne Behinderungen Stark eingeschränkt, nach Alter und Geschlecht MännerFrauen Menschen mit Behin­ derungen, stark ein­ geschränkt, in einem privaten Haushalt lebend in Tausend; N = 321000 Alter 7.1 3.5 10.5 13.5 19.4 24.1 39.4 29.0 36.1 32.3 31.6 20.3 25.9 12.5 9.1 6.7 %

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