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Frauen mit Behinderung brauchen ein Netz

Mit avanti donne haben Frauen und Mädchen mit Behinderung nicht nur ein eigenes Netzwerk, sondern auch eine eigene Stimme. Denn ob Selbsthilfe, Fachorganisation oder Gleichstellungsbüro: Frauen mit Behinderung sind bestenfalls mitgemeint. Das genügt jedoch nicht

 

Virtuelle Netzwerke boomen. Bei Facebook, My Space und Co. findet jede und jeder zu fast jedem Thema Gleichgesinnte. Unkompliziert, schnell und über alle Grenzen hinweg. Wozu braucht frau da noch ein organisiertes Netzwerk wie avanti ­donne?
Die Antwort liegt in der Natur der Aufgabe. avanti donne bietet Frauen und Mädchen mit Behinderung eine virtuelle Plattform, darüber hinaus aber auch Gelegenheit zu persönlichen Begegnungen und Beratung von betroffener Frau zu betroffener Frau (so genanntes peer counselling). Letzteres ohne dass gleich die ganze Welt dabei ist.

Warum Austausch nicht genügt

Der Austausch unter Betroffenen kann im Einzelfall viel bewirken. avanti donne will jedoch mehr: Ziel des Vereins ist es, die gesellschaftliche Stellung von Frauen mit Behinderung und chronischer Erkrankung insgesamt zu stärken. Dazu braucht es die Ressourcen einer Organisation mit verantwortlichen Personen und verbindlichen Aufgaben. Rechenschaftspflicht und Verbindlichkeit fehlen bei rein virtuellen Gruppen meist – wohl mit ein Grund, warum viele von ihnen fast so schnell wieder verschwinden, wie sie entstanden sind.
Gleichstellung, und um diese geht es letztlich, braucht jedoch einen langen Atem. Die Fragen, mit denen sich Inte­ressenvertretungen wie avanti donne beschäftigen (müssen), sind komplex. Man denke nur an die Invalidenver­sicherung oder an die schulische und berufliche Integration. Wer sich nicht mit Forderungen und Parolen zufrieden gibt, merkt schnell: Komplexe Probleme verlangen nach komplexen Lösungen. Diese können entstehen, wenn autonome Individuen, die in ihrem konkreten Handeln alle Expert­Innen sind, innerhalb eines klar definierten Rahmens zusammenwirken.
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Lösungen gemeinsam suchen

avanti donne bildet so gesehen den Rahmen, in dem ­Frauen mit unterschiedlichstem Hintergrund gemeinsam für eine bessere Lebensqualität von Frauen und Mädchen mit Behinderung und chronischer Erkrankung kämpfen.
Dabei arbeitet avanti donne als einzige Organisation in der Schweiz gleichzeitig frauenspezifisch und behinderungs­übergreifend. Das heisst, im Mittelpunkt stehen Fragen, die unabhängig sind von der Art der Beeinträchtigung. Zum Beispiel: Wie überlebe ich in der Schweiz mit 2000 Franken im Monat? Oder: Was haben Frauen mit psychischer Behinderung vom Gleichstellungsgesetz (BehiG)? Die Liste der Themen ist lang, die Ungleichheit auch unter den betroffenen Frauen selber sehr gross. Bei allen Fragen geht es auch darum, Gleichstellung konkreter zu machen. Im «netzbrief» können Sie sich künftig über aktuelle Entwicklungen informieren.

Sind Sie hier richtig?

Wer bei avanti donne mitwirkt, tut dies in erster Linie aus Solidarität mit allen von einer Behinderung oder chronischen Erkrankung betroffenen Frauen und nicht nur sich selbst zuliebe. Wenn Sie den folgenden Aussagen mehrheitlich zustimmen können, ist avanti donne auch für Sie das richtige Netzwerk:

  • Es ist mir nicht egal, wie (andere) Frauen mit Behinderung in der Schweiz heute und in Zukunft leben.
  • Zum Thema Frau, Behinderung und Gleichstellung möchte ich von betroffenen Expertinnen informiert werden.
  • Ich möchte mich ab und zu vertieft mit gesellschaftlichen Fragen befassen.
  • Ich möchte meine eigene Situation verbessern und mich dazu mit gleichbetroffenen (Fach-)Frauen austauschen.
  • Ich will meine Erfahrungen konstruktiv in ein gemeinsames Ziel einbringen.
  • Ich suche neue Impulse für meine persönliche Entwicklung.
  • Ich will ohne grossen eigenen Aufwand ein Zeichen der Solidarität setzen.
  • Bei der Gleichstellung gilt: Nur gemeinsam sind wir stark und können etwas erreichen. Jedes Mitglied macht uns stärker!