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Fortbildungsangebote avanti donne & girls
 



Rückschau

Samstag, 5. Mai 2012, Zürich: Symposium
Grenzen sprengen

Downloads (PDF):
Eröffnung (Carmen Coleman, Präsidentin)
Gleichstellung - alles klar? (10 Folgerungen; Dr. Claudia Kaufmann, Ombudsfrau
     Stadt Zürich)
Bewegte Zeiten: 10 Jahre avanti donne (Angie Hagmann, Geschäftsleiterin)
→ avanti girls (Dominique Ruesch-Mani Leiterin Bereich avanti girls)
Grenzen sprengen: Gelebte Gleichstellung
     am Beispiel des Tanzprojekts BewegGrund

     (Susanne Schneider, künstlerische Leiterin)

Medienmitteilung 6.5.12, Schutz vor Mehrfachdiskriminierung



Eindrücke vom Symposium 

Stellvertretend für die vielen positiven Reaktionen auf das Jubiläums-Symposium publizieren wir hier den Brief von Jeannette. Wir meinen, dass Jeannette darin wichtige Anspekte anspricht. 
Auch allen anderen, die uns geschrieben haben, ganz herzlichen Dank!

«Ich fand das Symposium sehr interssant und vielseitig! Im Speziellen möchte ich auf zwei Programmpunkte Bezug nehmen.
 
Die Teilnehmerinnen der Podumiumsdiskussion sind alles sehr selbstbewusste Persönlichkeiten, die sich trotz ihrer Einschränkungen wehren und durchsetzen können. So ist es bei mir angekommen. Schön, wenn es Menschen mit Behinderungen gibt, die sich so äussern. Leider zählen sie zu einer Minderheit. Ich erlebe den Durchschnitt – Menschen, die ihr ganzes bisheriges (Arbeits)Leben teils in der gleichen Institution verbracht und sich mit ihrem Schicksal arrangiert haben und deshalb mit gar nichts anderem auseinandersetzen. Oft sind sie auch zu fest mit ihrem sich verschlechternden behinderungsbedingtem Gesundheitszustand beschäftigt und haben nicht mehr die Energie, für ihre Rechte zu kämpfen. Dazu kommt, dass man in Institutionen sehr beschützt und abgeschirmt wird.
 
Meine Erfahrungen von über 20 Jahren in Institutionen:
Vor 20 Jahren hat man Menschen mit Behinderungen von Anfang an in Institutionen untergebracht. Meine Gefühle Instutionen gegenüber sind ambivalent: Ich finde Institutionen nicht nur schlecht. Sie bieten Menschen mit besonderen Bedürfnissen Raum, sich zu entfalten. Mit therapeutischen Massnahmen werden sie von motiviertem Personal gefördert, damit sie die grösstmögliche Selbständigkeit erlangen können.
Auch ich besuchte zahlreiche Therapien, bei denen ich immer motiviert mitmachte. Damals habe ich bereits unbewusst gespürt, dass ich Therapien besuche, um Schwächen zu korrigieren. Ich wurde nach meinen Defiziten beurteilt! Ich versuchte, alles richtig zu machen, um Bestätigung von den Therapeuten zu bekommen.

Im Nachhinein bin ich in der Lage zu analysieren:
Die Strategien der Therapien war: Der Klient besucht Therapien, weil er etwas nicht kann. Genau diese Haltung gibt kein Selbstvertrauen. Das ist keine gute Basis. Anders tönt es, wenn ich dem Klienten zu spüren gebe, welche Stärken er hat, und so den Weg zu den Stärken frei mache. Das kompensiert die Defiziete und gibt Selbstvertrauen. Dies wiederum hilft, sich im späteren Leben durchzusetzen.

Ich arbeite nun seit bald zehn Jahren an einem geschützten Arbeitsplatz. Das hat den Vorteil für mich, dass mein Arbeitsplatz ergonomisch auf mich abgestimmt und mit den nötigen Hilfsmitteln ausgestattet ist. Dies ist wichtig für die Erreichung eines guten Arbeitsergebnisses. Das ist das Positve an einem geschützten Arbeitsplatz in einer Institution.
Leider machte ich auch die Erfahrung, dass man in einer Institution meine Fähigkeiten manchmal tendenziell gerne eher in Frage stellt und eine Aufgabe auf Grund meiner Behinderung als (zu) schwierig für mich einstuft.

Braucht es diesen Druck?
Nun ist vor einiger Zeit ist zu mir durchgedrungen, dass die WHO über eine externe Stelle allen Instutionen die Vorschrift macht, die Klienten zuerst danach zu beurteilen, was sie trotz der Behinderung noch können. Dies finde ich genial, aber auch traurig, dass die Institutionen einen «Druck» solcher Art von aussen brauchen, um ihre Haltung zu ändern.
Was meint avanti donne dazu? Soviel zu diesem Thema!
 
Der zweite Punkt des Symponsiums, der mich angesprochen hat und über den ich gerne mehr Informationen hätte, ist die Tanzgruppe BewegGrund. Vielleicht gibt es für mich auch einmal die Chance, dort mitzumachen. Es wäre eine Möglichkeit, mein Selbstvertrauen zu stärken!
 
Vielen Dank für Eure Bemühungen und freundliche Grüsse,
Jeannette Imhof


 


Gastreferat von Dr. Monique R. Siegel an der MV 2011
Fokuswechsel: Von defensiv zu attraktiv

Frauen mit Behinderung verfügen als Fachexpertinnen, Produzentinnen oder Dienstleisterinnen über viele Talente, Fähigkeiten und Skills – jede auf ihre Art. Zusätzlich bringen sie gefragte Eigenschaften mit wie Durchhaltevermögen oder Empathie.
Was braucht es, um daraus ein Angebot von Kompetenzen und Dienstleistungen zu machen, das für «den Markt» attraktiv ist?

Veranstaltungs-Bericht

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netzbrief Nr. 3/11: Schwerpunkt Identität
 



 

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