Inhalt

 

Grenzen sprengen -
Frauen fordern Schutz vor Mehrfachdiskriminierung

 
Am 5. Mai 2012, pünktlich zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, verabschiedete die Interessenvertretung behinderter Frauen und Mädchen in der Schweiz, avanti donne, das Memorandum «Für einen wirksamen Schutz vor Mehrfachdiskriminierung».
 
Mit einem Symposium über Gleichstellung feierte avanti donne mit rund hundert Teilnehmenden in Zürich ihr 10-jähriges Bestehen. Gastreferentin Dr. iur. Claudia Kaufmann, Ombudsfrau der Stadt Zürich und Fischhof-Preisträgerin 2011, lobte das Engagement von avanti donne für Gleichstellung, Chancengleichheit und Partizipation. Der Abbau von Diskriminierung sei für Frauen mit Behinderung noch weit aktueller und erforderlicher als für Frauen ohne. Die faktische Gleichstellung sei allerdings nicht nur über die Beseitigung von Diskriminierung zu haben. Es brauche eine aktive Gleichstellungspolitik mit positiven, kompensatorischen Massnahmen.

Diese Empfehlungen sind ganz im Sinn des Memorandums, das zuvor an der 10. Jahresversammlung von avanti donne verabschiedet worden war. Die Kontaktstelle fordert darin einen wirksamen Schutz vor Mehrfachdiskriminierung. Dazu brauche es Forschung, vernetztes Arbeiten, Aufklärung sowie die Partizipation von Betroffenen. avanti donne erhofft sich, mit dem Ansatz der Mehrfachdiskriminierung die Gefahr einer doppelten Marginalisierung einschränken zu können.
 
Nach einer Rückblende in die Geschichte und einer Würdigung der Pionierinnen des Netzwerks zeigten Susanne Schneider und Ines Zgraggen von der Berner Tanzgruppe BewegGrund, wie Gleichstellung im Kulturbereich gelebt werden kann.
 
Am anschliessenden Podium unter der Leitung der Zürcher Kantonsrätin Thea Mauchle diskutierten die frühere Stadträtin Monika Stocker, die Historikerin Anna Locher, die Psychologiestudentin Janine Hall-Bieri und die junge Miss Handicap Schweiz, Stephanie Dettling, über Diskriminierungserfahrungen. Dass der Druck auf Frauen mit Behinderung seit der IV-Revision 6a noch zugenommen hat und wie wichtig es ist, Mehrfachdiskriminierung zu erkennen und dieser vorzubeugen, darüber waren sich alle Fachfrauen und Erfahrungsgruppen einig.
 
Das Memorandum kann von allen Menschen unterzeichnet werden, die sich für einen umfassenden Diskriminierungsschutz einsetzen.

→ Memorandum lesen 

→ Memorandum unterzeichnen