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Sexualität, Fortpflanzung und Behinderung

 

«Behinderung» ist ein Sammelbegriff für unterschiedlichste Beeinträchtigungen. Menschen mit einer Behinderung leben ihre Sexualität individuell so verschieden wie alle andern auch. Besondere Fragen zum Umgang mit Sexualität stellen sich, wenn eine Behinderung die Selbstbestimmung einschränkt und die/der Betroffene von Drittpersonen abhängig ist.

avanti donne setzt sich dafür ein, dass Menschen mit einer körperlichen, geistigen, psychischen oder/und einer Sinnesbehinderung ihre Sexualität selbstbestimmt, verantwortungsbewusst und lustvoll, sinnlich und gesund leben können. Sexualisierte Gewalt gegen behinderte Menschen muss verhindert werden.
 



→  Sexualität und Partnerschaft in der Beratung
 


Kann eine körperlich schwer behinderte Frau normal Sex haben?
Für Zärtlichkeiten, Berührungen und richtigen Sex gibt es auch bei einer schweren körperlichen Behinderung der Frau überraschende Möglichkeiten. Um möglichst vielen Betroffenen in einer ähnlichen Situation Mut zu machen, hat ein Paar seine Erfahrungen aufgeschrieben. 
Erfahrungsbericht ( 85 kb)




Stellungnahme der Zentralen Ethikkommission zum Praena-Test
 



Verhütung bei Frauen mit gesetzlicher Betreuung
 




Zum Tod von Aiha Zemp

Die Behindertenrechtlerin, Psychologin und Forscherin Aiha Zemp ist am 14. Dezember 2011 nach langer schwerer Krankheit im Alter von 58 Jahren gestorben. Gemeinsam mit Erika Pircher realisierte sie 1996 das weltweit erste problem- und handlungsorientierte Forschungsprojekt über sexuelle Gewalt an Frauen und Mädchen mit Behinderung. Diese Pionierinnenarbeit machte sie weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.
Der Kampf für Selbstbestimmung, gegen Ignoranz und Tabuisierung, der Schutz vor sexualisierter Gewalt jeder Art und das Recht auf physische und psychische Integrität waren ihre zentralen Themen. Auf ihre Initiative entstand in Basel die Fachstelle fabs – Behinderung uns Sexualität, die sie mit grossem Engagement und Fachwissen leitete, bis die Stelle 2010 an eine andere Trägerschaft übergeben wurde.

Aiha war auch Aktivmitglied der ersten Stunde bei avanti donne. Sie hat in verschiedenen Projekten mitgewirkt und ihr immenses Wissen und ihre Erfahrung einfliessen lassen.
Ihre Willenskraft war für uns alle ein Vorbild. Wir sind dankbar für die gemeinsam erlebte Zeit und werden Aiha nicht vergessen.
Ihr Credo ist auch unseres: «Die Würde ist in allen Lebensbereichen unantastbar.»

Würdigung des Schaffens von Aiha Zemp durch Susanne Schriber (PDF-Link);
Fachtagung vom 17. November 2011, Hochschule für Soziale Arbeit Luzern

Nachruf auf Radio DRS

Porträt Schweizer Familie, 20.8.2008: «Ein volles Leben»

Interview mit Dr. Aiha Zemp, Fachstellenleiterin fabs, in reformiert ( 2,2 Mb)

Studie über sexuelle Gewalt an Frauen und Mädchen mit Behinderung
(Aiha Zemp, Erika Pircher; 1996)
 



Arbeitsgruppe und Charta zur Prävention von sexueller Gewalt
Zwölf Verbände, Organisationen und Institutionen haben eine Arbeitsgruppe gebildet und am 25.11.2011 in Bern eine Charta zur Prävention von sexueller Ausbeutung, Missbrauch und anderen Grenzverletzungen vorgestellt. Sie fordern eine Null-Toleranz-Politik und setzen vor allem bei den Mitarbeitenden und bei der Stärkung der Personen mit besonderem Unterstützungsbedarf an. Ihre Botschaft lautet: «Wir schauen hin! Und zwar gemeinsam.»
Hintergrund der Massnahme ist der Missbrauchsfall, über den die Berner Strafverfolgungsbehörden im Februar 2011 informiert hatten: Ein Sozialtherapeut soll während fast 30 Jahren mehr als 120 Menschen mit Behinderung missbraucht haben.
www.charta-praevention.ch




fabs unter neuer Trägerschaft
Die fabs – Fachstelle Behinderung und Sexualität musste Ende 2010 wegen mangelnder finanzieller Unterstützung leider ihre Arbeit einstellen. Erfreulicherweise konnten für die meisten Dienstleistungen und Produkte der fabs neue Trägerschaften gefunden werden.
Die Website www.fabs-online.ch ist weiterhin aktiv.

Die Comic-Serie «herzfroh», die DVD «Freundschaft, Liebe und Sexualität», sowie Weiterbildungen zur Sexualbegleitung für Institutionen und zur Sexualaufklärung von Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung werden neu von der Hochschule Luzern, Soziale Arbeit, angeboten. Kontakt:
sandra.emmenegger@hslu.ch
Weiterbildungsangebote der HS Luzern zum Thema
 

Konzeptarbeit und Weiterbildungen für Institutionen zur Prävention von sexueller Gewalt: Fachstelle zur Prävention von sexueller Ausbeutung Limita:
info@limita-zh.ch, Tel. 044 450 85 20

Beratung bei – Vermutung von – sexueller Gewalt: Fachstelle mira Prävention sexueller Ausbeutung: fachstelle@mira.ch, Tel. 043 317 17 04

Für Beratungen zu Sexualität und Behinderung wenden Sie sich an die regionalen Sexual- und Schwangerschaftsberatungsstellen oder an die kantonalen Aids-Hilfe-Stellen.